

«Angefangen hat alles, als ich die Zwischenprüfung verhauen habe. In der Schule hatte ich bis dahin keine grösseren Probleme, und auch im Lehrbetrieb lief es ganz gut. An der Zwischenprüfung habe ich dann eine Aufgabe bekommen, die ich noch nie gemacht habe, und kam völlig ins Rotieren. Logisch, dass ich unter Zeitdruck kam und auch die Sachen verpatzte, die mir sonst keine Schwierigkeiten machten. Ich kannte mich selbst nicht mehr und wurde zu allem auch noch von den Kollegen <angezündet>.
Als mir mein Lehrmeister den Vorschlag machte, gemeinsam mit mir zum Jugendpsychologischen Dienst zu gehen, dachte ich zuerst: "Warum soll ich zu einem Psychologen? Bei mir ist doch alles o.k., ich spinne doch nicht!" Mein Lehrmeister konnte mich dann doch überreden, und so ging ich alles in allem vier Mal in die Beratung. Vor allem das erste Gespräch gemeinsam mit dem Lehrmeister hat total viel gebracht, denn im Gespräch habe ich erfahren, was der Lehrmeister über das Problem denkt, und auch ich konnte über meine Wünsche und Vorstellungen reden. Gemeinsam mit dem Psychologen haben wir überlegt, wie ich mich am besten auf weitere Prüfungen vorbereiten kann, und ich habe dann auch gemerkt, dass sie sich im Lehrbetrieb Gedanken gemacht haben, wie sie mich unterstützen können. Zu den drei weiteren Gesprächen bin ich dann allein gegangen. Gemeinsam mit dem Psychologen haben wir angeschaut, wie ich lerne und wie ich mir die Zeit so einteilen kann, dass neben den Prüfungsvorbereitungen auch noch Zeit für meine Hobbys bleibt.
Vor meiner Abschlussprüfung werde ich wahrscheinlich auch in den Prüfungsangst-Kurs gehen, der vom Jugendpsychologischen Dienst angeboten wird.»
* Name und Beruf geändert