Liebe Leserin, lieber Leser

Die ask! - Beratungsdienste für Ausbildung und Beruf Aargau (BDAG) freuen sich, Ihnen den Newsletter zur 1. Berufswahl zusenden zu dürfen.

Mit dem Newsletter zur 1. Berufswahl halten die BDAG Sie über interessante Fakten rund um die Berufswahl, Ausbildung und Arbeitswelt auf dem Laufenden. Vier Mal im Jahr erhalten Sie aktuelle Informationen über die Berufs- und Bildungswelt, Hinweise auf Termine und Veranstaltungen sowie Wissenswertes über die Angebote der BDAG.

Bitte beachten Sie auch die weiteren Newsletter der BDAG:

  • Newsletter SLB: Newsletter des Fachbereichs «Studienwahl und Hochschulen» 
                            (inforM@il)
  • Newsletter JPD: Newsletter des Jugendpsychologischen Dienstes
  • Newsletter LB:   Newsletter der Lehrpersonenberatung

Berufswahlvorbereitung

Fremdsprachen in der Grundbildung

Es gibt einige Berufe, in denen Fremdsprachenkenntnisse vorausgesetzt werden. Jugendliche, die in der Oberstufe auf eine oder zwei Fremdsprachen verzichten möchten, sollten sich deshalb zuerst informieren, ob in ihrem Wunschberuf Fremdsprachen verlangt werden. Wichtig ist auch zu wissen, dass im Berufsmatura-Unterricht Englisch und Französisch verlangt werden. Die ask! - Beratungsdienste für Ausbildung und Beruf Aargau haben eine Liste zusammengestellt, auf der ersichtlich ist, in welcher beruflichen Grundbildung und in welcher Schule Fremdsprachen verlangt werden.

tga/BDAG

Gastronomieberufe: Fremdsprache ist neu Englisch

War früher Französisch die wichtigste Fremdsprache in den Grundbildungen des Gastronomiefeldes, ist es nun Englisch. So ersetzt der Fach-Englischunterricht in folgenden Berufen den Französischunterricht:

  • Koch/Köchin EFZ
  • Restaurationsfachfrau/-mann EFZ
  • Hotelfachfrau-/mann EFZ.

Jugendlichen mit diesen Berufswünschen wird dringend empfohlen, in der Oberstufe das Fach Englisch zu belegen. In der Kurzinfo «Französisch und Englisch?» ist die Wichtigkeit der Fremdsprachen in den einzelnen Grundberufen aufgeführt.

nam/BDAG

Grundbildungen im Gesundheits- und Sozialbereich

Für die Bewältigung der kommenden Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung braucht es ausgebildetes Personal auf allen Bildungsstufen. Die Branche und die Kantone haben die sich abzeichnende Entwicklung erkannt und entsprechende Massnahmen eingeleitet.

Im Kanton Aargau stehen, im Vergleich zum letzten Jahr, mehr Lehrstellen im Bereich Gesundheits- und Sozialberufe zur Verfügung. Viele Jugendliche wünschen sich eine Lehrstelle im Gesundheits- oder Sozialbereich. Ihr Wunsch ist es, mit Menschen zu arbeiten, sie zu pflegen und zu betreuen, praktisch tätig zu sein, im Team zu arbeiten, eine abwechslungsreiche und vielseitige Aufgabe zu haben. Sie wählen damit auch einen Beruf mit Zukunftspotenzial. Der Stellenmarkt im Gesundheits- und Sozialbereich ist sicher und die Weiterbildungsmöglichkeiten sind vielfältig und gross.

Mitte August haben 70 Lernende (2010: 66) im 2. Pilotkurs der Grundbildung «Assistentin Gesundheit und Soziales» gestartet. Ausbildungsorte sind Alters- und Pflegeheime, Spitäler und Behindertenheime. Diese zweijährige Ausbildung mit dem Abschluss «Eidgenössisches Berufsattest» richtet sich vorwiegend an Schülerinnen und Schüler der Realschule und Kleinklasse, welche praktische Fähigkeiten haben, gut auf Menschen zu gehen können, zuverlässig sind und sich im Team integrieren können.
Verschiedene Institutionen im Gesundheitsbereich bieten Lehrstellen für die dreijährige Ausbildung zur Fachfrau/ zum Fachmann Gesundheit an. 223 Lernende haben im August 2011 angefangen (2010: 204).

Die Nachfrage nach ausserfamiliärer Betreuung nimmt zu, vermehrt werden Krippen und Tagesstätten eröffnet. Demzufolge können auch immer mehr Lehrstellen für Fachfrauen/Fachmänner Betreuung (FaBe), Fachrichtung Kinder, angeboten werden. Im August 2011 haben 110 Lernende die FaBe-Ausbildung begonnen (2010: 82). In diesem Beruf ist nicht nur der geduldige Umgang mit Kleinkindern und Schulkindern bis 12 Jahre wichtig, sie müssen auch gut mit Erwachsenen kommunizieren können. Die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und im Team zu arbeiten, sollte ebenfalls vorhanden sein. Zu ihren Aufgaben gehören auch hauswirtschaftliche Arbeiten.
Die Ausbildung Fachfrau/Fachmann Betreuung, Fachrichtung Behinderte, haben 34 Lernende begonnen (2010: 30).

Angaben zur Lehrstellenbewerbung und Ausbildung sind auf den Websites der OdA GS Aargau zu finden.

Berufsinfoveranstaltungen

Die OdA GS Aargau stellt an Infoabenden diverse Berufe und Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialbereich vor. Daten und Anmeldeinformationen sind unter http://www.oda-gsag.ch/berufswahlinfo/informationsveranstaltungen.html publiziert.
Das Magazin für die Gesundheits- und Sozialberufe «Impuls» (Ausgabe Nr. 23) ist erschienen und wurde an alle Oberstufenklassen und Berufsberatungen verschickt. Mit alltagsnahen Berichten werden die vielfältigen Berufe in diesem Bereich vorgestellt. Herausgeber ist der Branchenverband OdA GS Aargau. «Impuls» kann bei der OdA GS Aargau jederzeit gratis nachbestellt werden.

upa/BDAG

Berufsbildungplus.ch

Auf der Website berufsbildungplus.ch sind viele Informationen zur beruflichen Grundbildung, Berufsmaturität, höheren Berufsbildung und zur berufsorientierten Weiterbildung zu finden. Fokus Beruf, eine Broschüre für Lehrpersonen und Eltern mit Informationen zu Grundbildungen, Aus- und Weiterbildungen, kann ebenfalls auf der Website heruntergeladen oder in Printform bestellt werden.

tga/BDAG

Mit iLearnIT.ch Informatik entdecken

Jugendliche, die an Informatik interessiert sind, können auf der Website von iLearnIT neue Aspekte der Informatik selbständig entdecken und damit experimentieren. Es gibt Rätsel, Erklärungen und Links, auch zu Programmierbeispielen. Zudem wird die i-factory im Verkehrshaus Luzern vorgestellt. Des Weiteren ist eine Seite mit Informationen für Lehrpersonen zu finden: www.ilearnit.ch.

Informatiker/innen EFZ befassen sich mit Informatiklösungen. Der Beruf wird in vier Fachrichtungen unterteilt: Applikationsentwicklung, Systemtechnik, Support und generalistische Ausbildung. Voraussetzungen sind die abgeschlossene Volksschule auf der mittleren oder obersten Schulstufe mit guten Leistungen in den naturwissenschaftlichen, mathematischen und sprachlichen Fächern. Mehr Infos zum Beruf «Informatiker/in»: www.berufsberatung.ch und www.ict-berufsbildung.ch.

tga/BDAG

Info-Veranstaltungen/Berufsbesichtigungen

Einblicke bekommen in eine Berufswelt, in eine Branche oder in eine Aus- oder Weiterbildung und dafür weniger als einen Tag Zeit einsetzen? Genau das bieten die Info-Veranstaltungen und Berufsbesichtigungen. Jugendliche können sich an diesen Veranstaltungen über Mittelschulen, Lehrberufe oder Brückenangebote informieren, Erwachsene über Weiterbildungen. Bei beruflichen Grundbildungen ist das Angebot mit fast 200 Veranstaltungen am breitesten: Engagierte Fachleute aus den Betrieben stellen ihren Beruf oder ihre Berufe vor, zeigen, worum es geht und beantworten Fragen.
Eine Info-Veranstaltung oder Berufsbesichtigung hilft herauszufinden, ob eine Schnupperlehre im entsprechenden Beruf angestrebt werden soll. Die Info-Veranstaltungen sind zu finden auf der BDAG-Website oder auf www.berufsberatung.ch.

bbu/BDAG

Kinderlobby.ch

Die Kinderlobby Schweiz ist ein politisch und konfessionell unabhängiger Verein. Sie setzt sich für die Rechte, Anliegen und Bedürfnisse von Kindern in der Schweiz ein und stützt sich dabei auf die UNO-Kinderrechtskonvention. Sie stellt auch eine Rechtsberatung für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre zur Verfügung. www.kinderlobby.ch.

tga/BDAG

Realisation

rent-a-stift: ein Angebot der bdag, Rückblick und Ausblick

rent-a-stift 2011 fand grossen Anklang und erzielte einen neuen Rekord: 78 Schulklassen, 1‘406 Schülerinnen und Schüler, profitierten von den Präsentationen und Informationen der Lernenden über die Berufswahl, die Lehrstellensuche und den Lehralltag. 28 Lernende aus 16 Lehrbetrieben zeigten grosse Einsatzbereitschaft und Begeisterung bei ihren Einsätzen in 33 Schulen im Kanton Aargau.
Die Rücklaufquote der Bewertungsbogen aus den Schulen beträgt erfreuliche 97%. Das Angebot wird zu 100% als gute Ergänzung zum Berufswahlunterricht gutgeheissen. 72% der Lehrpersonen finden den Zeitpunkt der Einsätze (Januar bis Mai) optimal, 21% wünschten diese etwas früher und 7% enthielten sich der Stimme. Speziell hervorgehoben wurden das Engagement, das sichere Auftreten, die hilfreichen Informationen sowie die positive Einstellung zum Beruf.
rent-a-stift 2012 ist bereits aufgegleist: Die Schulung der Lernenden wurde auf Mitte Dezember festgelegt, um möglichst viele Einsätze in den Monaten Januar und Februar zu realisieren. Das Angebot eignet sich für alle 3. Oberstufen sowie für das Werkjahr und das Berufswahljahr. Die Präsentation der Lernenden umfasst Informationen von der Berufswahl über die Lehrstellensuche bis hin zu konkreten Erfahrungsberichten über die Berufslehren der Lernenden und ihren Lehralltag. Der Umfang reicht somit von allgemeinen bis hin zu spezifischen und individuellen Informationen.
Die Lehrpersonen werden gebeten, sich über die Webseite www.rent-a-stift.bdag.ch zu informieren und für rent-a-stift anzumelden (Anmeldeformular). Es gilt das Prinzip «first come, first served».

mwe/BDAG

Junior Mentoring – im Tandem zum Berufseinstieg

Jugendliche und junge Erwachsene, die bei der Lehrstellensuche nicht auf die nötige Unterstützung zurückgreifen können, werden im Junior Mentoring durch ausgebildete Ehrenamtliche unterstützt. Im 1. Halbjahr 2011 wurden im Junior Mentoring 62 Jugendliche auf der Lehrstellensuche begleitet. Über die Hälfte der Tandems, die ihre Arbeit abgeschlossen haben, hat das Ziel auf direktem Weg erreicht: 54% der Jugendlichen resp. jugen Erwachsenen konnten direkt in die berufliche Grundbildung (EFZ oder EBA) einsteigen. Insgesamt ist bei 81% der Abschlüsse die Anschlusslösung gesichert. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen werden im 1:1-Verhältnis von einer Mentorin oder einem Mentor begleitet. Durch diese intensive Begleitung erfahren Jugendliche und junge Erwachsene, die aufgrund ihrer Lebenssituation oder ihrer Persönlichkeit bei der Lehrstellensuche benachteiligt sind, eine einzigartige Unterstützung. Es ist somit möglich, Jugendliche und junge Erwachsene mit ganz unterschiedlichen Ausgangslagen individuell und zielführend zu unterstützen.

Ausblick
Die Entspannung auf dem Lehrstellenmarkt ist für Jugendliche und junge Erwachsene, die keine geradlinigen Lebensläufe vorweisen können oder die Volksschule auf einem tiefen Schulniveau abschliessen, kaum spürbar. Bereits im August 2011 fand deshalb wiederum ein Ausbildungsseminar statt, in dem neugewonnene Ehrenamtliche für ihre zukünftige Tätigkeit ausgebildet und geschult wurden. Ab sofort können sich interessierte Jugendliche und junge Erwachsene bei folgenden Stellen für das Programm anmelden oder detaillierte Informationen einholen:

  • Telefon 062 832 64 70 oder www.junior-mentoring.ch
  • bei der zuständigen Berufsberatungsperson oder persönlich in den Info-Zentren der ask! - Beratungsdienste für Ausbildung und Beruf Aargau

 noe/BDAG

Lehrstelle JETZT 2011: Fakten und Zahlen

Das Angebot Lehrstelle JETZT – Vermittlungsberatungen für Jugendliche - dauerte bis am 28. August 2011. Auch dieses Jahr wurde es rege genutzt, gegen 600 Jugendliche haben Lehrstelle JETZT besucht und sich bei der Suche nach einer Anschlusslösung Unterstützung geholt.
Die Jugendlichen haben jeweils ihre Berufswünsche angegeben, wobei Mehrfachnennungen (bis zu fünf Berufen) möglich waren. Die Reihenfolge der am meisten genannten Berufe lautet:

1. Detailhandelsfachfrau/-mann EFZ
2. Detailhandelsassistent/in EBA
3. Kauffrau/-mann Profil E EFZ
4. Kauffrau/-mann Profil B EFZ
5. Logistiker/in EFZ
6. Logistiker/in EBA
7. Fachfrau/-mann Betreuung EFZ
8. Fachfrau/-mann Gesundheit EFZ
9. Coiffeur/Coiffeuse EFZ
10. Informatiker/in EFZ.

Diese Berufs-Hitparade entspricht im Wesentlichen den aus anderen aktuellen Statistiken und Befragungen bekannten Ranglisten. Anspruchsvolle technische und gewerbliche Berufe sind im Moment weniger gefragt, wohingegen Berufe im kaufmännischen Bereich, im Verkauf und im Gesundheits- und Sozialwesen oft genannt werden. In den letzten Jahren immer mehr gefragt war und ist auch der Beruf Logistiker/in.

Ein paar Fakten aus Lehrstelle JETZT:

  • Fast ein Drittel der lehrstellensuchenden Jugendlichen möchten ihre Ausbildung im Detailhandel machen.
  • Rund ein Viertel der Jugendlichen wünscht sich eine berufliche Grundbildung als Kauffrau/-mann.
  • Zweijährige berufliche Grundbildungen mit Attest (EBA) sind sehr gefragt.
  • Eine grosse Mehrheit der Jugendlichen hält nicht an einem einzigen Berufswunsch fest, sondern hat mindestens zwei Alternativen in petto.
  • Obwohl gewisse Berufe nur wenig gewünscht werden, geht das Spektrum der genannten Berufe weit auseinander – 129 verschiedene Berufe wurden insgesamt gewünscht.
  • Die Anteile an männlichen und weiblichen Jugendlichen sind ausgewogen.
  • 41% der Jugendlichen stammen aus dem Ausland oder haben ausländische Wurzeln.
  • Rund die Hälfte der Jugendlichen kommt direkt aus der Volksschule. Ca. ein Fünftel hat eine Lehre abgebrochen und/oder ist arbeitslos.
  • Als Brückenjahr wünschen sich die meisten Jugendlichen den Besuch eines der Angebote an der Kantonalen Schule für Berufsbildung ksb.

Das Lehrstellenangebot im Allgemeinen ist grösser als die Anzahl der Lehrstellensuchenden. Trotzdem haben Jugendliche mit sozialen oder schulischen Defiziten Mühe, auf dem Lehrstellenmarkt zu bestehen. Auf der anderen Seite suchen Lehrbetriebe vergeblich nach gut ausgebildeten Jugendlichen für einen Einstieg in eine anspruchsvolle oder weniger bekannte berufliche Grundbildung. Dieses Bild zeigte sich auch im Angebot Lehrstelle JETZT.

Mehr Informationen zur Situation auf dem Lehrstellenmarkt finden Sie hier:

Einige Links zur Lehrstellensuche:

  • www.berufsberatung.ch: Schritt für Schritt zur Lehrstelle
  • Kurzinfo (Bewerbungstipps) der ask! - Beratungsdienste für Ausbildung und Beruf Aargau
  • Website «Wege zur Lehrstelle» der ask! - Beratungsdienste für Ausbildung und Beruf Aargau
  • Junior Mentoring (siehe auch Beitrag in diesem Newsletter)

    nam/BDAG

Was beim Übergang von der Volksschule in die Sekundarstufe II wirklich eine Rolle spielt – zum Glück (!) ist es nicht trivial

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Nicht alle Jugendlichen haben gleich gute Chancen, den Übertritt von der Volksschule in eine berufliche Grundbildung oder eine Mittelschule zu schaffen. Üblicherweise und intuitiv erklärt man sich diese Chancenungleichheit mit Schulstufe und Schulnoten, sozioökonomischem Hintergrund, Migrationshintergrund, Geschlecht und allenfalls mit regionalen Begebenheiten. So naheliegend diese Erklärungen scheinen mögen, so schwierig ist es nachzuweisen, dass diese Faktoren tatsächlich eine entscheidende Rolle spielen – erst recht, da sie kombiniert auftreten. 

Stellen wir uns eine junge Frau mit Migrationshintergrund und aus bildungsfernem Elternhaus vor, die einen Schultyp mit Grundanforderungen besucht und durchschnittliche Noten mitbringt. Hat sie schlechtere Chancen, allein schon weil sie eine junge Frau ist, allein schon wegen des Migrationshintergrunds, oder weil…? Oder wegen einer Kombination der Faktoren? Wegen welcher Kombination?
Es könnte also komplizierter sein, wenn man es genau wissen wollte.

Welche Faktoren tatsächlich eine Rolle spielen, lässt sich feststellen. Eine solche Analyse wurde in der Schweiz in der TREE-Studie anhand der Daten von 4814 Jugendlichen durchgeführt, die im Jahr 2000 die Schule beendet haben. Die Ergebnisse fallen zumindest in den Details nicht nur wie erwartet – oder wie befürchtet – aus. Andererseits ist die Stärke einzelner Faktoren geradezu Respekt einflössend.

Eine starke Wirkung hat die soziale Herkunft (Bildungsnähe des Elternhauses), Sie beeinflusst die Chancen unabhängig von anderen Faktoren, also auch dann noch, wenn andere Faktoren günstig sind. Ist die soziale Herkunft wenig beeinflussbar, so sind es andere Faktoren umso mehr: Notendurchschnitt (Deutsch, Mathematik und Naturwissenschaften), Lesekompetenzen sowie disziplinarische Angaben im Schulzeugnis. Auch sie wirken unabhängig von anderen Faktoren, wenn auch weniger stark.

So weit war dies grundsätzlich zu erwarten. Bei den anderen Faktoren stellt sich die Sachlage komplexer dar.
Migrationshintergrund hat sich als unerwartet grosser Nachteil herausgestellt, und zwar auch noch für die zweite Migrantengeneration – sogar wenn ein Elternteil aus der Schweiz stammt! Für die erste Migrantengeneration wiegen die Nachteile noch schwerer, insbesondere, wenn die Jugendlichen seit weniger als fünf Jahren in der Schweiz leben.
Von Interesse sind hier aber auch die Differenzierungen: Migrationshintergrund ist ein Nachteil, wenn eine berufliche Grundbildung angestrebt wird, nicht aber, wenn das Ziel eine Mittelschule ist. Junge Männer, die ältere Geschwister haben, sind davon nicht so stark betroffen wie junge Frauen. Gar eine handfeste Überraschung lässt sich hinsichtlich der Herkunftsländer feststellen: Jugendliche aus Balkanländern, der Türkei, aus Italien, Spanien und Portugal hätten sogar eher bessere Chancen als Schweizerinnen und Schweizer, wenn alle anderen Faktoren gleich sind. Offenbar wiegen hier aber die Nachteile der sozialen Herkunft und des Migrationshintergrunds besonders schwer. Auch beim Schultyp ist eine Differenzierung vorzunehmen. Der Besuch eines Schultyps mit Grundanforderungen ist v.a. für junge Frauen ein Nachteil. Was lässt sich mit diesen teilweise weniger erwarteten und komplexen Ergebnissen anfangen? Ein bildungsfernes Elternhaus, das unabhängig von anderen Faktoren ein Nachteil ist, ist eine echte Herausforderung für das System. Dies gilt ebenso für den starken Einfluss des Migrationshintergrundes, der auch für die zweite Migrantengeneration noch spürbar ist.
Auch dass der Schultyp einen von anderen Faktoren weit gehend unabhängigen Einfluss hat, sollte sehr zu denken geben.

Betrachten wir aber auch die positiven Befunde: Man könnte sagen, dass Leistung und Disziplin sich lohnen und dass auf die Lesekompetenz geachtet werden sollte. All dies spielt unabhängig von anderen Faktoren eine Rolle – und für all dies kann man etwas tun. Dass es komplizierter und teilweise anders als erwartet ist, kann man ebenfalls positiv sehen. Auch hinsichtlich des Migrationshintergrundes sieht es nämlich nicht ganz so düster aus. Wichtig scheint ein Bewusstsein für die Bedeutung der Bildung und ein soziales Netz zu sein, das den Übergang in die Sekundarstufe II unterstützen kann – schliesslich ist der Migrationshintergrund für junge Männer, die sogar weniger als fünf Jahre in der Schweiz leben, nicht per se ein Nachteil. Mentoring-Projekte könnten das Bewusstsein für die Bedeutung der Bildung fördern und ein fehlendes Netz möglicherweise teilweise wettmachen; gerade auch, wenn man an die Jugendlichen aus Südeuropa, aus den Balkanländern und der Türkei denkt. Für deren Familien könnte Bildung ein soziales Aufstiegsprojekt werden. Dann stünden die Chancen für die nächste Migrationsgeneration nicht so schlecht… und vielleicht liesse sich der Mentoring-Ansatz auch für die Unterstützung Jugendlicher aus bildungsferneren Elternhäusern nutzen.

jav, BDAG

BDAG 2011: einige Zahlen zu den ersten acht Monaten

Die Angebote der BDAG werden auch dieses Jahr rege genutzt.
Bis Ende August 2011...

  • haben fast 8100 Personen eine Beratung in Anspruch genommen,
  • fast 23'000 Personen eines der sechs Info-Zentren besucht,
  • über 120 Veranstaltungen für Klassen und fast 90 Veranstaltungen für Eltern stattgefunden (der Grossteil findet erst nach den Sommerferien statt),
  • und es wurden über 6400 telefonische oder schriftliche Anfragen an die BDAG gerichtet.

 

jav, BDAG

20 Jahre Lehrpersonenberatung Aargau

Die Lehrpersonenberatung wurde im November 1991 gegründet. In den ersten Jahren wurde sie durch die Abteilung Studienberatung des Erziehungsdepartements des Kantons Aargau geführt. 2006 erfolgte die Integration in die ask! - Beratungsdienste für Ausbildung und Beruf Aargau, die ihre Dienstleistungen im Auftrag des Kantons anbieten.

Die Nachfrage der Lehrpersonen nach Beratung ist stetig gestiegen. Insgesamt haben sich bis heute ca. 4000 Lehrpersonen beraten lassen. Die häufigsten Anliegen waren: Themen wie Burnout, Life-Balance, Konflikte im Team oder mit der Schulleitung, Klassenführung, Umgang mit schwierigen Schülerinnen und Schülern, Veränderung der Berufssituation durch Reformen, aber auch berufliche Standortbestimmung und Laufbahnplanung. Die Beratungen erzielten bei den Lehrpersonen eine bemerkenswerte Wirkung: 90 bis 95 % der nachbefragten Lehrpersonen erlebten die Beratungen als positive Unterstützung.
Für einige Lehrpersonen erfordert es Mut, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen, ist doch ein solcher Schritt manchmal mit Gedanken verbunden, es nicht alleine geschafft zu haben. Es gibt jedoch kaum einen anderen Beruf, der sowohl bezüglich fachlichen als auch persönlichkeitsorientierten Aspekten so anspruchsvoll ist.
In anforderungsreichen beruflichen oder persönlichen Situationen Beratung, Coaching oder Supervision zu beanspruchen, ist ein Zeichen von Professionalität und von Verantwortungsbewusstsein sich selber und anderen gegenüber. Das Bewältigen von stark absorbierenden Situationen ermöglicht der Lehrperson, den Beziehungs- und Lernkontext zu den Schülerinnen und Schülern wieder entspannter und handlungsfähiger zu gestalten, aber auch selber unbeschwerter leben zu können.

Die Lehrpersonenberatung unterstützt auch weiterhin engagiert, kompetent und mit einem differenzierten Angebot Lehrpersonen und Schulleitungen in ihrer anspruchsvollen Arbeit.

Vielleicht kennen Sie uns schon? Oder möchten Sie uns kennenlernen?

Wir laden Sie gerne am Donnerstag, 17. November 2011, 18 Uhr, in Aarau zur Feier «20 Jahre Lehrpersonenberatung» ein.
> Programm und Anmeldung

Oscar Voser, Abteilungsleiter, Fachpsychologe für Psychotherapie FSP und Team

Impressum

Redaktionelle Mitarbeit Newsletter zur 1. Berufswahl 04/2011:

  • Amrein Nicole, BDAG: nam
  • Avramakis Joannis, BDAG: jav
  • Burger Bernhard, BDAG: bbu
  • Gautschi Theres, BDAG: tga
  • Oehler Nina, BDAG: noe
  • Page Ursula, BDAG: upa
  • Voser Oscar, BDAG: ovo
  • Weik Marion, BDAG: mwe

Berufs- und Laufbahnberatung
ask! – Beratungsdienste für Ausbildung und Beruf Aargau
Herzogstrasse 1
5000 Aarau
blb.newsletter@bdag.ch
www.beratungsdienste-aargau.ch

 

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